Back to School

Sieht dein Kind wirklich alles, was es lernen soll?

Neues Schuljahr, neue Hefte, frisch gespitzte Stifte und ein Schulranzen, bei dem man sich jedes Jahr aufs Neue fragt, warum ein Kind gefühlt seinen halben Hausstand mit in die Schule nehmen muss. Zum Schulstart wird an ziemlich vieles gedacht. Aber wann habt ihr eigentlich zuletzt überprüfen lassen, wie gut euer Kind sieht? Denn wenn die Buchstaben an der Tafel verschwimmen, beim Lesen ständig die Zeile verloren geht oder das Arbeitsblatt immer näher Richtung Nasenspitze wandert, steckt dahinter nicht unbedingt fehlende Konzentration oder mangelnde Lust aufs Lernen. Manchmal liegt es schlicht und einfach daran, dass ein Kind nicht richtig sieht. Und genau das bleibt erstaunlich häufig lange unbemerkt.

Wie sieht es eigentlich mit den Augen aus?

Eine Frage, die zum Schulstart wahrscheinlich bei den wenigsten ganz oben auf der Liste steht. Dabei müssen Kinderaugen jeden Tag ganz schön was leisten: von der Tafel ins Heft schauen, kleine Buchstaben lesen, Arbeitsblätter bearbeiten und zwischendurch noch auf Tablet oder Bildschirm wechseln. Was aber, wenn das alles gar nicht richtig scharf ankommt? Genau hier wird es spannend. Denn Kinder merken eine Fehlsichtigkeit häufig selbst überhaupt nicht.

„Ich sehe doch gut!“ – wirklich?

Das Schwierige bei Kindern ist: Sie haben keinen Vergleich. Ein Kind, das die Welt schon immer etwas unscharf gesehen hat, weiß schließlich nicht, dass der Sitznachbar die Schrift an der Tafel viel deutlicher erkennt. Für das Kind sieht die Welt eben so aus. Und anders als ein aufgeschlagenes Knie tut eine Fehlsichtigkeit nicht weh. Sie kann deshalb lange unbemerkt bleiben. Nach Angaben des Berufsverbands der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands sieht etwa jedes zehnte Kind in Deutschland nicht richtig. 60 Prozent der Sehschwächen werden demnach erst spät erkannt. Spätestens in der Schule können solche Sehprobleme deutlicher werden. Denn plötzlich müssen die Augen ständig unterschiedliche Entfernungen meistern: Tafel, Heft, Buch, Bildschirm und wieder zurück.

Wenn Lernen unnötig anstrengend wird

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang der internationale Bericht „Better Education in Sight“ aus dem Jahr 2024. Und die Ergebnisse lassen aufhorchen: Kinder, deren Sehfehler nicht korrigiert waren, kamen beim Lernen im Durchschnitt nur etwa halb so schnell voran. Mit der passenden Brille sah das schon ganz anders aus. Das klingt erst einmal heftig. Allerdings muss man diese Zahl richtig einordnen: Die zugrunde liegenden Studien stammen überwiegend aus China und untersuchten vor allem Leistungen in Mathematik. Man kann daraus also nicht ableiten, dass ein fehlsichtiges Schulkind in Deutschland automatisch nur halb so viel lernt. Was die Untersuchungen aber ziemlich deutlich zeigen: Bekamen fehlsichtige Kinder eine passende Brille und trugen sie diese auch, verbesserten sich ihre schulischen Leistungen messbar. Und eigentlich ist das gar nicht so überraschend. Versucht einmal, einen Text zu lesen, dessen Buchstaben leicht verschwimmen. Anschließend schaut ihr an eine entfernte Tafel, sucht dort die richtige Zeile und schreibt sie wieder ins Heft. Das Ganze bitte fünf oder sechs Unterrichtsstunden lang. Da bleibt für Mathe, Deutsch und Co. irgendwann nicht mehr ganz so viel Energie übrig.

Schulstart Kinderbrillen

Gute Sicht gehört genauso in den Schulranzen

Zum Schulanfang kontrollieren wir, ob noch genügend Hefte da sind, kaufen neue Stifte, suchen Sportsachen zusammen und stellen irgendwann fest, dass die Trinkflasche aus dem letzten Schuljahr doch nicht mehr ganz so appetitlich aussieht. Vielleicht gehört auf diese Back-to-School-Liste noch ein weiterer Punkt:

Wie gut sieht mein Kind eigentlich?

Eine Brille macht natürlich aus keinem Kind automatisch einen Einser-Schüler. Lernen bleibt Lernen und die Matheaufgabe löst sich leider auch mit perfekter Sehschärfe nicht von allein. Aber wer Tafel, Buch und Bildschirm klar erkennen kann, kann seine Energie für das einsetzen, worum es eigentlich geht: verstehen, entdecken und lernen. Und manchmal kann ein kleiner Sehtest deshalb einen ziemlich großen Unterschied machen.

Typische Hinweise können zum Beispiel sein:

  • häufiges Augenreiben oder Blinzeln
  • Kopfschmerzen nach Schule oder Hausaufgaben
  • schnelle Müdigkeit beim Lesen
  • ein auffällig geringer Abstand zu Buch, Heft oder Bildschirm
  • Schwierigkeiten, das Tafelbild zu erkennen

Keines dieser Anzeichen beweist allein eine Fehlsichtigkeit. Ein Kind, das nach einem langen Schultag müde ist, braucht schließlich nicht automatisch eine Brille.

Ein Sehtest schafft zunächst Klarheit

Bei Auffälligkeiten oder dem Verdacht auf eine Augenerkrankung sollte das Ganze augenärztlich abgeklärt werden. Wir als Augenoptiker und Optometristen können die Sehschärfe prüfen, eine notwendige Korrektion bestimmen und eine Brille entsprechend anpassen. Und auch wenn bereits eine Kinderbrille vorhanden ist, lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle. Kinder wachsen schließlich nicht nur aus Hosen und Schuhen heraus. Auch ihre Augen entwickeln und verändern sich. Die Brille, die vor einiger Zeit perfekt gepasst hat, muss deshalb nicht automatisch heute noch optimal sein.

Gute Sicht gehört zum Schulstart dazu

Neue Stifte, Schulranzen, Sportsachen – zum Schulstart denken wir an ziemlich viel. Die Augen stehen dabei eher selten auf der Checkliste. Dabei braucht ein Kind gutes Sehen nicht nur an Tafel, Buch und Bildschirm. Auch auf dem Schulweg ist es wichtig, Entfernungen, Hindernisse und die Umgebung gut erkennen zu können. Beim nächsten Back-to-School-Check nicht nur schauen, ob noch alle Buntstifte da sind, sondern ruhig auch mal, wie gut euer Kind eigentlich sieht.

Ihr möchtet wissen, wie gut euer Kind sieht oder welche Brille die richtige ist? Unsere Partner-Optiker beraten euch gerne rund um Kinderbrillen und den passenden Sehtest zum Schulstart.

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